Almabtrieb im Tiroler Oberland

Im Herbst gibt es in den Alpenregionen zahlreiche Almabtriebe. Was aber macht die Feierlichkeiten im Tiroler Oberland so besonders? Es ist vor allem die Tatsache, dass im Tiroler Oberland noch ganz traditionell gefeiert wird. Nichts wird für die Gäste inszeniert. Alte Traditionen, wie das Schmücken der besten Kühe mit Milch- und Stech-Stafel, werden aufrechterhalten. Es ist einfach die schönste Zeit, um die Region kennenzulernen und mit den Einheimischen  zu feiern.

Die  arbeitsreiche  Zeit  auf  den  Almen  geht  im  Herbst  langsam  zu  Ende.  Seit  Jahrhunderten  wird deshalb gefeiert, dass Mensch und Tier den Sommer unbeschadet auf den Almen überstanden haben. In der Zeit vom 14. bis 30. September stehen daher zahlreiche Veranstaltungen auf dem Programm – von den Almabtriebsfesten in Ried und Pfunds bis zur traditionellen Schafschoad und dem Dreiländermarkt in Pfunds. Insgesamt kommen knapp 2.000 Kühe, Pferde, Schafe, Ziegen und Schweine, die den Sommer auf den Almen verbracht haben, zurück in die Orte. Beim alljährlichen Erntedank- und Apfelfest in Prutz am 24. September warten auf die Besucher musikalische und kulinarische Leckerbissen.

Prächtig geschmückt kommen die Tiere bei den Festen rund um den Almabtrieb ins Tal. Für die Kuh, die während der Almsaison am meisten Milch gegeben hat, gibt es einen ganz besonderen Schmuck, den Milch-Stafel. Das Wort „Stafel“ kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutet „das Beste“, „das Stärkste“. Errechnet werden die Milchmengen der Kühe vom Bergmeister, dieser Vorgang nennt sich „Zahnen“. Das „Zahnen“ leitet sich von „zehn“ ab, denn früher wurden die Milchmengen in Zeitabständen von zehn Tagen gemessen. Es bleibt übrigens bis zuletzt spannend: Erst im Tal, wenn die Tiere auf ihre Besitzer aufgeteilt werden, wird bekanntgegeben, welche Kuh den Milch-Stafel tragen darf. Der Kranz für diese besondere Kuh wird mit Holzminiaturen von Käseformen und Buttermodeln verziert. Der Leitkuh steht der Stech-Stafel zu. Ein Spiegel auf dem Kranz des Stech-Stafels soll böse Geister vertreiben, die sich vor ihrem eigenen Spiegelbild erschrecken würden. Deshalb ist es auch die mit dem Stafel ausgezeichnete Kuh, die den Almabtrieb anführt, um Unheil vom Zug fernzuhalten.

Bei Wanderungen im Herbst hat man oft fantastische Fernsicht.
© TVB Tiroler Oberland/Kirschner

Weinlese auf Österreichs höchstem Weingut

Neben den Almabtrieben gibt es noch einen weiteren guten Grund für einen Herbsturlaub im Tiroler Oberland: Seiner geografischen Lage verdankt die Region ein besonders niederschlagsarmes und mildes Klima. Und damit ist der Herbst auch Weinlesezeit auf Österreichs höchstem Weingut auf 860 Metern in Prutz. Jeden Freitag führt Winzer Claus Aniballi Besucher durch sein Weingut Terra Austriacus und lässt die besonderen Tropfen natürlich auch verkosten.

Auch nach den Almabtrieben sind zahlreiche Hütten und Almen noch geöffnet. Dazu gehören auch die Gogles-Alm oder das Hohenzollernhaus, die man bei geführten Wanderungen besuchen kann.

Gerade das einzigartige Licht im Herbst lässt eine der wöchentlich stattfindenden Fernsicht- Wanderungen zu einem besonderen Ausflug werden. Die Wanderführerin zeigt die schönsten Aussichtspunkte für Wildtierbeobachtungen. Damit diese Beobachtungen auch ganz klar und nah zu sehen sind, gibt es leihweise Swarovski-Ferngläser für alle Teilnehmer.

Ebenfalls ein Mal pro Woche ist am Vormittag die Kajetanbrücke Treffpunkt für eine Kulturwanderung. Im Mittelpunkt steht die geschichtsträchtige mittelalterliche Zollstation Altfinstermünz.

Kultur können aber nicht nur Wanderer, sondern auch Radler im Tiroler Oberland erleben: Von Prutz nach Pfunds begleitet ein Guide die E-Biker entlang des Via Claudia-Radweges und zeigt die schönsten Kultur-Highlights, bevor es zum Abschluss eine typische Tiroler Jause, die Marend, zur Stärkung gibt.

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