Käfer-RoadTrip: Ankunft in L.A. (Tag 1)

Nach einem wirklich entspannten Flug im vordersten Bereich des Flugzeugs landen wir nach etwas über 11 Stunden endlich in Los Angeles. Andere, die sich diesen Luxus regelmäßg leisten können, nutzen einen Flug in der First Class dafür, sich ordentlich auszuschlafen, um vor Ort dem Jetlag ein Schnäppchen zu schlagen und frisch am Ziel anzukommen. Wir, die sonst nur Holzklasse gewohnten Reisenden, haben auf den Schlaf verzichtet, um die Annehmlichkeiten von Platz und Service voll auszukosten. Großer Fehler. Erschlagen, spürbar müde (aber sicherlich entspannter als sonst auf Langstreckenflügen!) stellen wir uns bei der Immigration an und harren der Dinge. Es geht langsam voran, LAX erscheint im Vergleich zu anderen amerikanischen Flughäfen sehr genau und ganz ohne Eile die Einreisenden zu kontrollieren. Immigration, Gepäck und Zoll verschlingen am Ende locker zwei Stunden, bevor uns draußen vor der Flughafentür der südkalifornische Nachmittag in Empfang nimmt. Es hat locker 25 Grad, blauer Himmel, die Sonne scheint und die ersten Palmen stehen Spalier, als wir mit dem Shuttle zum Autovermieter fahren. Die Müdigkeit ist dahin, als wir unser Gefährt für die nächsten zwei Tage in Empfang nehmen: einen schwarzen Ford Mustang. Wir verstauen unser Gepäck, öffnen das Cabrioverdeck und fahren los Richtung Pasadena. Dort können wir die erste Nacht bei einer guten, alten Freundin verbringen, die es vor vielen Jahren bereits fest nach L.A. verschlagen hat. Wir sind angekommen, der erste Teil – die Fahrt nach Flagstaff in Arizona, wo das 79er Käfer Cabrio auf uns wartet – kann beginnen. Allerdings erst morgen. Wir beschließen, noch einen Abstecher nach Venice Beach zu machen. Es ist 19 Uhr, die Sonne geht unter und wir fahren im orange schimmernden Abendlicht durch die Megametropole L.A. Es ist eine Mischung aus Luxus und Armut, dazu die vielen Lichter der Leuchtreklamen und Shoppingmeilen, überdimensionierte Trucks und Dutzende anderer Eindrücke, die uns realisieren lassen, dass wir wirklich da sind. Venice hat sich bereits geleert. Die Touristen sind mit der Dunkelheit geflohen, jetzt haben diejenigen den weltbekannten Strand übernommen, die hier ihr Zuhause haben. Obdachlose bauen ihre Lager aus Einkaufswagen, Kartons und Schläfsäcken auf, im Cannabisladen (der Verkauf für medizinische Zwecke ist mittlerweile in Kalifornien legal) an einer Ecke herrscht reger Kundenverkehr, Skater und Biker mit bunten Frisuren fahren auf und ab und die zahlreichen Ladenbesitzer schieben ihre T-Shirts, Sonnenbrillen und Spielzeuge in ihre Shops zurück und lassen die Rollläden herunter. Für heute haben wir genug. Angekommen. Das ist das Wichtigste. Und ein wahnsinnig gutes Gefühl. Welcome to America. Das Abenteuer kann beginnen.

 

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