Las Vegas (Tag 4)

Das Hotel, das wir bereits im Voraus für Las Vegas gebucht hatten, heißt Artisan Boutique Hotel. Wir wollten nicht in einem der großen Casinos absteigen, um aus der Schussweite der einarmigen Banditen mit ihrem ständigen Geklingel und all dem anderen Spielertrubel zu sein. Das Artisan liegt gerade noch so in Schlagweite des “Strips”, also des Las Vegas Boulevards, allerdings kennt es unser Navi nicht wirklich. Nach ein paar Ehrenrunden durch ein Industriegebiet haben wir es dann endlich gefunden. Von außen bezweifeln wir zunächst, dass das Hotel eine gute Wahl war, sieht die Umgebung doch eher etwas heruntergekommen aus, doch schon in der Auffahrt zum Eingang ändert sich unsere Meinung. Ein bisschen Toskana, ein bisschen Beverly Hills. Palmen, Statuen, alles sauber und schön gestaltet. Wir fahren beim Valet Parking vor, der Käfer soll ja in gute Hände kommen. Der Blick des Hotelangestellten, der für das Parken der Fahrzeuge zuständig ist, strahlt eine Mischung aus Freude und Ungläubigkeit aus. Kein Wunder, stehen auf dem Gelände größtenteils Limousinen von 7er BMW bis Bentley oder aber rieisige SUVs und Pickups. Wir laden aus und erklären dem Einparker kurz die wichtigsten Dinge, die er bei unserem VW zu beachten hat. Mutig steigt er ein und startet ihn, rangiert kurz hin und her und parkt unser Schmuckstück dann fast direkt gegenüber des Eingangs. Lächelnd steigt er wieder aus. War wohl einmal eine Abwechslung für ihn, so ein Auto zu parken.

Das Hotel sieht von außen und in der Lobby extrem außergewöhnlich aus. Ein Sammelsurium aus Kunst und schweren, antik aussehenden Möbelstücken. Allerdings relativiert sich alles auf den Zimmern. Ist wohl doch eher mehr Schein als Sein. Unser Zimmer ist ordentlich eingerichtet, ebenfalls – wie der Rest des Hotels – extrem dunkel gehalten und mit allerlei Kunstgegenständen verziert. Allerdings ist der Großteil davon aus Gips oder Plastik. Das Zimmer ist klein, das Bad noch kleiner. Der nahegelegene Highway röhrt ungebremst durch die dünnen Fensterscheiben. Und gerade einmal zwei Steckdosen finden wir. Nicht gerade ideal, wenn man Computer und mehrere Kameras über Nacht laden möchte. Egal. Die beiden Betten sind bequem und wir beschließen, auf den Strip zu fahren, um die Casinos zu entdecken und etwas zu essen. Da der Käfer heute Abend Ruhepause hat, nehmen wir ein Taxi. 15 Dollar später werden wir am Caesar’s Palace abgeladen und tauchen in die Welt der Lichter, Spielautomaten und -tische, Shows, Stars und Sternchen ein… Wir laufen mit offenen Augen und Mündern über den Strip. In den nagelneuen Häusern wie dem Cosmopolitan tanzt der Bär. In den älteren wie dem Caesar’s Palace ist dagegen spürbar weniger los. Es ist unter der Woche, das mag eine Erklärung sein. Zwischendrin gönnen wir uns mexikanisches Essen im Margaritaville, nachdem uns die Preise der Steak- und Sushihäuser erst einmal von den Socken gehauen haben. Wir sitzen direkt an einer Bühne und essen Fish Tacos und Shrimps. Die Bühne wird bald von einer Hula-Tänzerin genutzt, die sich Leute aus dem Publikum zum Mitmachen zieht. Hoffentlich nicht uns! Die Amis sind hier ziemlich schmerzfrei. Ein Businessmann lässt sich ohne zu Murren einen Strohrock anziehen und tanzt direkt neben uns auf der Bühne etwas unbeholfen hin und her. Wir bleiben verschont. Später trinken wir ein Bier in einer offenen Bar direkt auf dem Strip vor einem der Casinos und beobachten Menschen. Dann noch ins Venetian Casino und auf den falschen Sankt Markus Platz. Es sind viele Eindrücke, zu viele, die auf uns einprasseln. Nach vier Stunden und einigen Kilometern in den Beinen holen wir uns wieder ein Taxi und fahren zurück in unser Boutique-Hotel. Wir fallen in die bequemen Betten in unserem Zimmer neben dem Highway. Gute Nacht Las Vegas…

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